Bei leichtem Regenwetter fanden sich am 17.1.2015 etwas mehr als 20 Teilnehmer zur diesjährigen Schnittvorführung in der Karl-Martin-Graff-Straße ein. Karl Schmidt begrüßte die Teilnehmer und dankte unserem ersten Vorstand Andreas Siegele für die Vorführung in den Gärten von Hartwig Speck und dem kürzlich verstorbenen Ehrenmitglied Rolf Zoller.
Allgemein gilt beim Winterschnitt, dass er ein Anreiz zum Wachsen ist. Kälte schadet nicht, denn Apfelbäume erfrieren erst bei -45°C. Bei Regen können jedoch Pilze in die Schnittstellen eindringen, daher sollte bei trockener Witterung geschnitten werden. Insofern begann die Schnittvorführung bei den Johannisbeersträuchern: alte und schwache Triebe werden bodeneben abgeschnitten und der Strauch nach dem Schnitt etwa 25 cm hoch mit

Kompost abgedeckt. Die besten Johannisbeeren wachsen an einjährigen Trieben. Bei den Himbeeren wurden Schnitt und Pflege sowohl bei den einmal tragenden als auch bei den zweimal tragenden erklärt. Auch auf die Düngung wurde eingegangen, sie soll mit Maß und Ziel erfolgen. Z.B. ist ein starkes Baumwachstum ohne Ertrag ein Anzeichen für zuviel Dünger. Gedüngt wird in mehreren Portionen vom Austrieb bis etwa Anfang Juli. Sollten die Blüten erfroren sein, ist eine weitere Düngung nicht mehr erforderlich.
Weiter ging es mit theoretischen Erläuterungen und praktischen Vorführungen zu Quitte, Birn- und Apfelbäumen. Andreas Siegele beantwortete den Teilnehmern ihre Fragen und erklärte, dass er nicht nur den jetzigen Zeitpunkt in Blick hat, sondern auf Jahre hinaus vorausschaut, wie er z.B. einen jungen Seitentrieb heranziehen kann, der dann einmal einen alt gewordenen Ast ersetzt. Da der Winterschnitt ein Anreiz zum Wachstum ist, werden, wo es angebracht ist, schwache Triebe angeschnitten, auf dass sie stärker wachsen, und starke Triebe werden in Ruhe gelassen. Herausgeschnitten wird auf jeden Fall Abgestorbenes und Abgebrochenes. Auch auf Schädlings- und Krankheitsbefall wird geachtet und das Verhältnis von Blütenknospen zu Blattknospen muss für eine gute Ernte stimmen, für die Versorgung eines Apfels sind z.B. 20-25 Blätter notwendig. Der Pfirsichbaum war wie immer nur theoretisch dran, denn er wird als letztes im Frühjahr geschnitten.
Am Ende der Vorführung bedankte sich Karl Schmidt bei Andreas Siegele für die Vorführung und dem Ehepaar Speck für die Bereitstellung des Gartens und den heißen Glühwein zum Aufwärmen.


Ingrid Ruge